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Projektberichte

Der Rausch des schwarzen Goldes

21 Feb, 2008

Hitachi hat große Bedeutung für den Bergbau in Südafrika. Dies liegt an Hitachi Construction Machinery Southern Africa (HCSA) und der Qualität und dem wachsenden Ansehen der Starrrahmen-Muldenkipper und der großen Bagger des Herstellers. Ground Control schürft tief in den Kohlegebieten Südafrikas, um herauszufinden, wie Hiatchi derart umfassende Marktkenntnisse und Kompetenzen entwickeln konnte

Kohle ist der meistgenutzte primäre Energieträger weltweit. Südafrika ist hierfür ein gutes Beispiel: 77 Prozent des Bedarfs an primärer Energie werden hier vom ‘schwarzen Gold’ geliefert. DasLand hat den siebtgrößten Vorrat an abbauwürdigen Kohlevorkommen weltweit (286 Milliarden Tonnen im Jahr 2005).

Angesichts des Mangels an geeigneten alternativen Energiequellen ist es unwahrscheinlich, dass diese starke Nachfrage zurückgehen wird. Viele Kohlevorkommen in Südafrika liegen in relativ geringer Tiefe und haben mächtige Säume, so dass sie recht einfach und zu geringen Kosten abgebaut werden können. Das Abraum-Kohle-Verhältnis ist ebenfalls hoch und die Abbaukosten werden mit allgemein anerkannten Bergbaupraktiken kontrolliert. Aus diesen Gründen hat sich eine umfangreiche Kohleindustrie entwickelt, die dem Wirtschaftswachstum und der Industrialisierung des Landes einen entscheidenden Impuls verlieh.

Die südafrikanische Kohle stammt aus mehr als 60 Gruben, darunter die größte Grube der Welt aber auch zahlreiche kleine Unternehmen. Der Anteil von Tagebau und Untertagebau ist ungefähr identisch. Den größten Anteil an der Gesamt-produktion haben die sechs größten Unternehmen (bzw. 11 größten Bergwerke), die ca. 90 (bzw. 70) Prozent der gesamten Kohleförderung produzieren.

Die Kohlereviere Südafrikas erstrecken sich in Nord-Süd-Richtung über 700 km und in Ost-West-Richtung über 500 km. Nahezu 90 Prozent der Kohle werden in der Provinz Mpumalanga abgebaut, wo sie normalerweise als ‘bituminös’ eingestuft wird und aus meterdicken Flözen abgebaut werden kann.

2005 förderten die Bergwerke Südafrikas 245 Millionen Tonnen Kohle und unter Beibehaltung der heutigen Förderungsrate reichen die Vorkommen noch für 50 Jahre. Für die Branche ist es von großem Vorteil, von einem großen Inlandsmarkt unterstützt zu werden und auch auf internationaler Ebene eine starke Position zu haben.

Ca. 30 Prozent der Kohle in Südafrika werden exportiert, vor allem nach Europa und Asien. Der größte Teil der Exporte wird über Richards Bay Coal Terminal verschifft - die weltweit größte Kohlenexportanlage. Damit steht Südafrika in der Welt an vierter Stelle der Kohle exportierenden Länder.

Im Tagebau, wo teilweise Abbauraten von 90 % erreicht werden, sind Hitachi-Baumaschinen stark vertreten. Kohle in Lagerstätten, die weniger als 70 Meter unter der Oberfläche liegen, werden in fortlaufenden Reihen paralleler, langer und enger Gräben abgebaut.

Deckgestein und Erdschichten über den Kohleflözen werden mit Sprengstoff entfernt. Mit Schlepplöffelbaggern und Baggern wird anschließend der Bereich abgeräumt. Muldenkipper fahren den Abraum zu zuvor ausgehobenen Gräben. Wenn das Gebiet abgeräumt wird, wird der darunter liegende Kohleflöz angebohrt und mit Sprengungen gelockert. Die Bagger und Muldenkipper bauen die Kohle in der Grube ab.

Der Renaturierungsprozess beginnt, wenn die gesamte Kohle abgebaut wurde und der Hohlraum mit dem Abraum aus dem nächsten Graben aufgefüllt wurde. Das Deckgestein wird abgeflacht, wird mit dem zuvor gelagerten Mutterboden abgedeckt und wird mit einer Grasmischung bepflanzt, um in der Landschaft wieder ein ökologisches Gleichgewicht herzustellen.

Hitachi hat mit Kenntnissen der Lage vor Ort, technischem Know-how und einem hohen Serviceniveau einen bedeutenden Teil des südafrikanischen Marktes erobert. Es ist auch kein Zufall, dass sich das größte Depot von HCSA in Middelburg in Mpumalanga in der Nähe der wichtigsten Kohlebergwerke befindet.

Der Leiter der Niederlassung in Middelburg, Jan Steyn, und der Kundendienstchef Neels Haasbroek haben ihr gesamtes Berufsleben in diesem Gebiet verbracht und verfügen über ein umfassendes Wissen von den Kohlerevieren, Bergbauunternehmen und ihren spezifischen Maschinenbedürfnissen. Zwei Beispiele: das Kohlebergwerk Graspan in den Außenbezirken von Middelburg, das früher Privateigentum war. Und die enormen Flächen des Kohlebergwerks Kleinkopje von Anglo Coal in der Nähe der Nachbarstadt Witbank.

Die Middelburger Niederlassung von HCSA wurde 1980 eröffnet, aber Jan Steyn übernahm die Leitung erst 1996. Seitdem spielt er eine wichtige Rolle für Hitachi auf dem Markt. “Das Geschäft hat sich sehr geändert, seit ich anfing, für HCSA zu arbeiten”, erklärt er.

“Die Starrrahmen-Muldenkipper wurden stufenweise in die Betriebsabläufe in den Bergwerken unserer Kunden eingeführt. Im Laufe der Zeit haben wir ihnen darlegen können, dass Hitachi ihnen Produkte liefert, die sicherer sind, eine höhere Lebensdauer haben, billiger im Betrieb und produktiver als kippgelenkte Muldenkipper sind.

“Die Bagger sind hingegen schon immer beliebt gewesen. Die Serien Hitachi EX und ZX haben sich als extrem wettbewerbsfähig bewiesen, was sich auch in Vergleichstests mit anderen Maschinen zeigte. Als Trend zeichnet sich ab, dass sich die Nachfrage nach großen Baggern von den Modellen mit 40 und 50 Tonnen auf die Modelle mit 80 Tonnen oder mehr verlagern wird. Der ZX850 war schon immer unsere Maschine mit den besten Ergebnissen, aber auch der EX1200 hat auf dem Markt einen positiven Eindruck hinterlassen. Derzeit analysieren wir den Bedarf für den EX1900.

“Wir machen hier einen Job rund um die Uhr. Das ergibt sich schon aus der Art der Branche selbst und den Arbeitszeiten unserer Kunden. Sie sind extrem beschäftigt, möchten jederzeit in Kontakt mit uns bleiben. Bei HCSA haben wir es uns zum Ziel gesetzt, dem Kunden jeden Bestandteil des Hitachi-Service vereinbarungsgemäß zu liefern. Wir müssen sehr viel Einsatz zeigen, um eine seriöse, auf Vertrauen beruhende und auch freundschaftliche Geschäftsbeziehung aufzubauen.

“Und das hängt natürlich nicht von einer Person ab, dazu braucht man ein Team. Unsere Arbeit wird durch die hervorragende Qualität der Hitachi-Produkte erleichtert. Gleichzeitig bedarf es jedoch auch einer guten Kommunikation. Die neue Generation der Zaxis-3-Bagger beeindruckt den Markt bereits jetzt sehr und wir müssen diese Wirkung nutzen und ein hohes Niveau bei Verkauf und Service bieten.”

Die Produktion von 173,3 Millionen Tonnen Kohle (2004) durch Witbank ist dreimal größer als das nächstgrößere Kohlevorkommen. Bei vier Bergwerken von Anglo Coal in diesem Gebiet ist es keine Überraschung, dass es sich 2005 um den zweitgrößten Förderer von Kohle in Südafrika handelte, der einen Anteil von 22 Prozent am Markt hält. Graspan steht für einen Anteil von einem Prozent, aber beide Kohlebergwerke zeigen einen beständig steigenden Bedarf an zuverlässigen und leistungsfähigen Baggern und Muldenkippern.

Anglo Coal ist eine hundertprozentige Tochter von Anglo American - einem weltweit führenden Unternehmen für Bergbau und natürliche Ressourcen - und einer der weltweit größten privaten Kohleförderer und -exporteure. Das Kohlebergwerk Kleinkopje nahm seinen Betrieb 1971 auf und fördert jetzt Kohle für den Export und den Inlandsmarkt, auch für die örtliche Stahlindustrie. In früheren Zeiten war es ein Untertagebergwerk, ist aber jetzt ein Tagebaubergwerk, das rund um die Uhr in Betrieb ist.

Für die 2.500 Angestellten lautet das Ziel, täglich 26.000 Tonnen Kohle zu produzieren. HCSA hat eng mit Anglo Coal zusammengearbeitet, um die Effizienz seiner Betriebsabläufe zu optimieren und das erforderliche Produktivitätsniveau zu erreichen. Vor Ort wird ein Maschinenpark aus großen Hitachi-Baggern und Muldenkippern eingesetzt. Außerdem erwägt Anglo Coal die Anschaffung eines neuen EX3600 oder einer ähnlichen Maschine.

Graspan Colliery wurde 1995 von der Familie Heyns gegründet und war eines der letzten Bergbauunternehmen des Landes in Familienbesitz. Der frühere Eigentümer und Geschäftsführer Bernhard Heyns leitete den Kohlebergbau ein, als unter dem Ton, der für das Ziegelsteinwerk des Unternehmens abgebaut wurde, ein Kohlevorkommen entdeckt wurde.

Die Shanduka-Gruppe schloss sich mit dem Schweizer Unternehmen Glencore International zusammen, um Graspan 2006 im Rahmen seiner Bestrebungen zu übernehmen, im Kohleabbau aktiver zu werden. Angesichts der Perspektiven auf dem südafrikanischen Markt und der Erweiterung des Richards Bay Coal Terminals, das den Export für kleinere Firmen erschloss, konzentrierten sie sich auf kleinere Kohlefirmen.

Bernhard Heyns hat schon seit langer Zeit eine Geschäftsbeziehung zu HCSA über Jan Steyn und sein Team in Middelburg. “Wir verwenden schon seit langer Zeit Hitachi-Maschinen”, so Heyns, “da sie die günstigsten Betriebskosten bieten. Große Bagger wie der EX550/800 und ZX850 haben sich für uns in dieser Zeit besonders bewährt.

“HCSA spielte auch eine wichtige Rolle, als es darum ging, unseren Maschinenpark aus Muldenkippern auszutauschen. Wir trafen die Entscheidung, zu Hitachi EH1700-Starrrahmen zu wechseln und wir wollten zugleich die Größe unserer Bagger auf EX1200 erweitern. Daher gehe ich davon aus, dass man die Händler nicht vom Produkt trennen kann - HCSA hat uns immer einen hervorragenden Support geboten.”

Diese Strategie wurde auch von den neuen Eigentümern übernommen. Im Rahmen der umfangreichen Investitions- und Expansionmaßnahmen des Managementteams wurden zur Unterstützung der ZX850 und EX1200 ein EX1900 und vier EH1700 erworben. Hitachi hat uns im Kohlebergwerk großartig unterstützt. Wir konnten die Produktivität im vergangenen Jahrzehnt um das Zehnfache steigern.

Graspan ist ein Tagebau mit 340 Angestellten. Die Kohle liegt durchschnittlich in einer Tiefe von 35 Metern und wird auf dem Inlandsmarkt verkauft oder nach Europa exportiert. Außerdem wird hier Ton abgebaut.

Neels Haasbroek hat täglich Kontakt mit Henko Coetzee, dem stellvertretenden Werkstattleiter von Graspan, der für Maschinenschäden und Garantieleistungen vor Ort zuständig ist. “Unser Hitachi-Maschinenpark ist ausgezeichnet”, so Coetzee, “und der Wechsel zu größeren Maschinen wie den ZX850 hat sich sicherlich ausgezahlt. Auch die EX1200 sind viel besser als andere Produkte ihrer Klasse.

“Hitachi-Maschinen sind extrem zuverlässig und das ist ein Faktor, der für die Betriebsabläufe im Bergwerk entscheidend ist. Die Langlebigkeit der Bagger und Muldenkipper ist von großer Bedeutung, da sie praktisch pausenlos unter schwersten Bedingungen eingesetzt werden.

“Auch die Verfügbarkeit und die Kosten der Ersatzteile sind wichtig, aber auch in dieser Hinsicht liefert HCSA einen hervorragenden Service. Wir sind sehr zufrieden mit der Hilfe, die wir von Neels Haasbroek und seinem Team erhalten: Sie stehen uns jederzeit zur Verfügung und helfen uns auch kurzfristig.”

HCSA hat mit dem rasanten Wachstum und der Entwicklung des südafrikanischen Kohlebergbaus Schritt gehalten. HCSA ist es gelungen, die Kunden von den Hitachi-Baumaschinen selbst und den Vorteilen zu überzeugen, die ein Kauf dieser Maschinen birgt. Damit hat Hitachi einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit im permanenten Ringen um das schwarze Gold in Bergwerken wie Kleinkopje und Graspan geleistet.


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