Projektberichte
Mit der Zeit gehen
Bevor mit dem Bau des neuen Wiener Hauptbahnhofs begonnen werden kann, müssen große Abbrucharbeiten am Südbahnhof der Stadt erfolgen. Generalunternehmer Porr Umwelttechnik GmbH sieht sich strengen Fristen und Umweltvorschriften und einem wachsenden Medieninteresse gegenüber und will mit seinen Hitachi-Baggern dafür sorgen, dass die ersten Züge rechtzeitig 2012 einfahren können
Eines der größten Bauprojekte in Mitteleuropa läuft gegenwärtig in der österreichischen Hauptsstadt. Im Rahmen des 109 Hektar umfassenden Neubauprojekts entsteht im Südosten Wiens ein neuer Distrikt mit Wohnhäusern, Bürogebäuden, einem Schulcampus und einem Park. Auch der ehemalige Wiener Südbahnhof wird durch einen größeren Hauptbahnhof ersetzt.
Seit den 1950ern war der Südbahnhof Endstation für viele Züge aus dem Süden und Osten der Stadt. Den Bau aus Beton und Glas sahen viele Wiener schlimmstenfalls als Schandfleck, bestenfalls als Resultat einer aus praktischen Erwägungen heraus entstandenen Nachkriegsplanung.
Der Südbahnhof wurde am Standort des Gloggnitzer Bahnhofs gebaut, der 1841 fertig gestellt und dann 1874 durch einen größeren und besseren Bahnhof im Neorenaissancestil ersetzt worden war. Wenn der neue Bahnhof 2012 eröffnet wird, ist er der vierte Bahnhof in diesem Teil der Hauptstadt.
Der Hauptbahnhof wird zwei zuvor getrennte Endbahnhöfe unter einem Dach verbinden, wobei ein Höhenunterschied von rund vier Metern ausgeglichen wird. Der Hauptbahnhof wird einer der wichtigsten europäischen Verkehrsknotenpunkte und die Fahrzeit in die österreichischen Nachbarländer verkürzen.
Der alte Bahnhof wurde im Dezember 2009 geschlossen, bevor im Januar 2010 der Abbruch der großen Schalterhalle begann. Während der Bauarbeiten wird ein provisorischer Bahnhof in der Nähe genutzt und eine Eisenbahnstrecke, die durch die Baustelle führt, bleibt in Betrieb. Auch die U-Bahn-Züge fahren unter dem Neubau weiter und in unmittelbarer Nähe der Baustelle verkehren auch noch die S-Bahnen.
Porr ist einer der beiden Generalunternehmer, die für den Abbruch und die Verarbeitung des Materials auf der Baustelle verantwortlich sind. Laut Martin Taborsky, Bauleiter von Porr, ist die Nähe der Baustelle zu den bestehenden U-Bahn-, S-Bahn- und Eisenbahngleisen eine von vielen Herausforderungen.
„Die Abbrucharbeiten müssen innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein”, so Taborsky. „Trotz der Dringlichkeit dürfen die Arbeiten nur an fünf Tagen pro Woche von 6 bis 20 Uhr erfolgen, um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu minimieren.
„Die Erschütterungen werden ebenfalls regelmäßig an verschiedenen Punkten der 80.000 m² großen Baustelle überwacht. Wir müssen uns an die Grenzwerte halten – bislang hatten wir keine Probleme.”
Nach dem Abbruch der Schalterhalle muss Porr zwei große Betonbunker darunter abbrechen. „Dafür brauchen wir acht Wochen: einer ist 6.400, der andere 3.200 m² groß”, so Taborsky weiter. „Wir wollen uns um beide Bunker bis auf eine Tiefe von sieben Metern heruntergraben und sie dann mit einem 5-Tonnen-Hydraulikhammer abbrechen.”
Zusätzlich zu den Abbrucharbeiten muss Porr auch dafür sorgen, dass sämtliche Materialien getrennt werden, so dass sie nach Möglichkeit vor Ort wiederverwendet werden können. „Die Trennung der Baustoffe ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Auftrags und Recycling ist sehr wichtig”, fügt Taborsky hinzu. „Bis zu 80 Prozent des Materials werden für den Bau des neuen Bahnhofs verwendet und der Rest wird verkauft und kommt auf anderen Baustellen zum Einsatz.”
Insgesamt 380.000 Tonnen Beton, Stahl und andere Baustoffe müssen per Lkw zu Lagerhalden hinter der Baustelle transportiert werden. 400 Lkw-Ladungen rollen damit tagtäglich über das Straßennetz der Baustelle
Porr hat 20 Lkw und 20 Bagger auf der Baustelle. Zwei seiner Hitachi-Abbruchbagger werden für den Abbruch der großen Schalterhalle eingesetzt. Der Stahl aus den Fensterrahmen wird von einem ZX350LC-3 mit einem 21m-Longfront-Abbruch-Ausleger und kombiniertem Scheren- und Schneidanbaugerät entfernt. Ein ZX470LCH-3 mit einem 27m-High-Reach-Ausleger übernimmt die Beseitigung des Betons zwischen den Fensterrahmen.
Beide Modelle wurden von der Baumaschinen Handel GmbH, dem offiziellen Vertragshändler in Österreich geliefert. Laut Verkaufsaußendienstmitarbeiter Gerhard Glock steigt wegen der beträchtlichen Mengen Beton und Stahl, die in Gebäuden aus den 1950ern und 1960ern verbaut wurden, bei den Kunden die Nachfrage nach größeren und leistungsstärkeren Maschinen. „Höhe ist kein Problem, aber die Leistung ist ein wichtiger Aspekt”, so Glock.
Auf der Baustelle sieht man noch mehrere weitere Hitachi-Bagger, darunter einen ZX250LCN-3 mit Abbruchsortiergreifer, der Material aus der alten Schalterhalle verarbeitet. Porr hat drei zusätzliche Hitachi-Bagger von der Abbruchfirma Prajo gemietet: einen ZX350LC-3 mit 23m-High-Reach-Ausleger und Zange, einen ZX240N-3 mit Pulverisierer und einen ZX210LC-3, der eingesetzt wird, um das Material auf die Lkw zu laden.
Porr hat sich für Hitachi-Baumaschinen entschieden, nachdem man verschiedene Marken über mehrere Jahre verglichen hat. „Die entscheidenden Faktoren waren Kraftstoffverbrauch, Betriebskosten und die Gegenüberstellung der Anzahl der Betriebsstunden und der Reparaturkosten und Ausfallzeiten”, erläutert Taborsky.
„Bei Abbrucharbeiten ist Leistung entscheidend, nicht die Kosten – wir haben für die Arbeiten nur sechs Monate Zeit, und die Kosten, die entstehen können, wenn die Arbeiten nicht rechtzeitig fertig werden, wiegen deutlich schwerer als die Kosten einer Maschine oder die Kostenunterschiede zwischen Modellen. Das gab für das Unternehmen den Ausschlag, sich für Hitachi-Maschinen zu entscheiden.”
Dass am Wiener Südbahnhof Hitachi-Baumaschinen im Einsatz sind, ist eine große Bestätigung für die Marke. „Das ist wie ein großes Schaufenster für Hitachi und die Baumaschinen Handel GmbH”, lacht Glock.
Der Abbruchsektor hat in der österreichischen Baubranche nur einen relativ kleinen Marktanteil und ist daher noch stärker umkämpft. „Es gibt vielleicht zehn bis zwölf Hitachi-Abbruchbagger in Wien und insgesamt 20 in Österreich”, fügt Glock hinzu. „Die meisten davon sind Standardbagger, die für Abbrucharbeiten hergerichtet werden.
Dadurch sind sie auch auf anderen Baustellen vielseitig einsetzbar”, sagt Glock. „Deswegen ist es ungewöhnlich, so viele Hitachi-Bagger auf ein und derselben Abbruchbaustelle zu sehen.”
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