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Projektberichte

Die Kunst der Vielfalt

01 Okt, 2008

Von der Zucht feinster französischer Pilze bis hin zur Restaurierung von Burgen aus dem 15. Jahrhundert: Der weiche Kalkstein im westlichen Frankreich ist eine extrem vielseitige und wertvolle Ressource. Wir statteten dem Steinbruch Maquignon Frères in Usseau einen Besuch ab, um mehr über die Geschäftstätigkeiten zu erfahren. Außerdem wollten wir uns davon überzeugen, in welcher Weise die Baumaschinen von Hitachi zum Wandel in der Landwirtschaft und Architektur der Region beigetragen haben.

Touristen im Westen Frankreichs bewundern oft die jahrhundertealten Bauwerke, Kirchen und Schlösser in der malerischen Region Poitou-Charentes. Nur wenige jedoch wissen, welch mühselige Restaurierungsarbeiten erforderlich waren, um den historischen Bauten neues Leben einzuhauchen. Und noch weniger werden wissen, dass diese Arbeiten in einem Kalksteinbruch in Usseau beginnen, der im Besitz des Familienunternehmens Maquignon Frères ist.

Der Kalkstein wird in einer Tiefe von 15 Metern abgebaut. Die ersten 8 Meter Erdreich werden als Abraum entfernt und in anderen Teilen des Steinbruchs als Füllmaterial eingesetzt. Die nächste Schicht ist 7 Meter dick und besteht aus einem feinen, kalkhaltigen Material, das sich nach der Verarbeitung ideal als Pilzdünger eignet.

Monatlich werden bis zu 6.000 Tonnen dieses Materials in Usseau zerkleinert und anschließend an die Kunden geliefert, die es auf dem Kulturboden verteilen. Der Kalkstein hält die Feuchtigkeit im Boden und fördert das Wachstum der Pilze.

Der Verkauf dieses Materials macht 30 % des Jahresumsatzes von Maquignon Frères aus. Nach einer Blüte in den 70er Jahren erlebt diese Sparte nun eine Sättigung, was zum Teil auf Umstellungen im Pilzzuchtverfahren zurückzuführen ist. Die Methode ist in den Regionen Poitou-Charentes und Pays-de-Loire jedoch weiterhin verbreitet.

Unter dieser Schicht liegt der hochwertige Kalkstein, der zum Restaurieren vornehmer Häuser, Burgen und Schlösser und auch im Neubau eingesetzt wird. Maquignon Frères baut monatlich insgesamt 300 - 400 m³ Kalkstein ab und verkauft ihn in maßgefertigten Blöcken. Der Kalkstein kann am Standort abgeholt oder mit dem neun LKW umfassenden Fuhrpark des Unternehmens geliefert werden.

Der Kalkstein wird für Bau- und Restaurierungsarbeiten verwendet, aber auch für Fliesen und Kamine, Statuen und Gartenornamente. In einem Werk von Maquignon Frères vor Ort wird der Kalkstein mit Spezialmaschinen geschnitten, geformt und poliert. Anschließend kann der Stein sofort eingesetzt werden.

Beispiele für weitere Anwendungsmöglichkeiten finden sich im Empfangsbereich von Maquignon Frères. Dort ist auch ein Bild der beiden Söhne des Unternehmensgründers zu sehen, das in Stein geätzt ist.

Die Brüder Dominique und Jean-Marc Maquignon arbeiten jetzt mit acht Familienangehörigen zusammen, zu denen auch die Schwestern Chantal und Isabelle gehören. Das Unternehmen beschäftigt 24 Mitarbeiter und hat eine beträchtliche Entwicklung hinter sich, seit Vater Roland 1954 in seinem Garten Spuren weichen Kalksteins entdeckte.

Roland Maquignon grub damals den Kalkstein in einem nahe gelegenen Feld aus und brachte ihn zu einem Steinmetz. Als die Nachfrage nach Kalkstein stieg, eröffnete er 1970 zwei Kilometer von seinem Haus entfernt einen Steinbruch.

Ende der 70er Jahre stiegen Jean-Marc und Dominique in das Familienunternehmen ein und übernahmen gemeinsam mit den Schwestern die Leitung, als der Vater 1986 in den Ruhestand ging. Drei Jahre später eröffneten sie in Usseau den derzeitigen, 15 Hektar großen Steinbruch mit einer Lizenz für 25 Jahre. 2001 folgte ein weiterer, 3,5 Hektar großer Steinbruch in Haims, in dem härterer Stein für Gartenornamente gewonnen wird.
“Mein Bruder und ich fanden die Stelle in Haims zufällig”, erklärt Dominique, Präsident des Unternehmens. “Wir waren in diesem Gebiet auf Fasanenjagd, als wir erkannten, dass dort viel Kalkstein war.” Es sieht ganz so aus, als hätte sich hier die Zufallsentdeckung des Vaters vor über 50 Jahren wiederholt.

Vom Abbau bis zum Verladen und Transportieren: Die wachsende Flotte der Hitachi-Baumaschinen von Maquignon Frères nimmt bereits seit Jahren eine zentrale Rolle für das Unternehmen ein. “Unsere erste Hitachi-Maschine kauften wir 1991, einen EX400”, so Dominique.

“In Usseau werden auch ein Hitachi ZX460LCH-Bagger und ein LX290E-Radlader eingesetzt. In Haims haben wir einen ZX210 und einen neuen ZX50U-2-Minibagger, der Anfang des Jahres geliefert wurde.”

Nachdem bereits eine derart lange Geschäftsbeziehung zu Hitachi bestand, zögerte Maquignon Frères nicht, einen ZW310-Radlader für die Arbeiten in Usseau anzuschaffen. Er wurde im Frühjahr 2007 geliefert und hatte ein Jahr später bereits 1.200 Betriebsstunden bewältigt.

“Eine wunderschöne und unglaublich vielseitige Maschine”, sagt Dominique. “Sowohl mit den Löffel- als auch den Gabelanbauten können wir sie zum Transport von Kalksteinblöcken und zum Verladen auf LKW einsetzen.”

Mit den neuen Radladern stieg auch die Produktivität im Steinbruch. “Die Hubkapazität des ZW310 ist enorm”, führt Dominique aus. “Der feuchte, weiche Boden des Steinbruchs ist für den ZW310 kein Problem. Er hat mehr Zugkraft als unsere älteren Maschinen und bewegt sich schnell und problemlos im Steinbruch.”

Die Vorzüge der neuen Hitachi-Maschine weiß auch Fahrer Nicolas Trinquard zu schätzen. Als eingeheiratetes Mitglied der Familie Maquignon ist er seit Jahren beim Unternehmen beschäftigt und fährt auch das ältere LX-Modell.

“Im Vergleich zum LX290E ist der ZW310 einfacher zu bedienen und zu fahren”, erklärt er. “Das Fahrerhaus ist viel komfortabler – der Sitz ist weicher, die Federung gut, die Rundumsicht einfach hervorragend. Auch beim Beladen von LKWs ist er viel präziser und stabiler.”

Nicolas nutzt die volle Bandbreite der Technologie, die der ZW310 bietet, etwa die Total-Torque-Control und die dreistufigen Getriebeneutralschalter. Das Beste an diesem Radlader ist jedoch in seinen Augen die Vielseitigkeit. “Fast alle Arbeiten lassen sich mit ein und derselben Maschine erledigen”, ergänzt er. “Wenn ich das in einem Wort zusammenfassen müsste, würde ich sagen: hervorragend!”

Während Nicolas den ZW310 durch den Steinbruch fährt, wird die Bedeutung der geräuscharmen Konstruktion der Maschine deutlich. Der Lärm des Motors und des HS-Lüftungssystems (Hitachi Silent) wird beträchtlich gedämpft.

Die positiven Erfahrungen des Unternehmens – nicht nur mit dieser Maschine, sondern mit Hitachi im Allgemeinen – sind in beträchtlichem Maße dem lokalen Hitachi-Händler VSM zu verdanken. Der Geschäftsführer Norbert Morisset arbeitet seit 1980 mit Roland Maquignon zusammen, und die Geschäftsbeziehungen zwischen VSM und Maquignon Frères sind im Laufe der Jahre intensiver geworden.

“VSM war bei der Entscheidung zugunsten von Hitachi mit ausschlaggebend. Ich habe eine sehr hohe Meinung von der Wartung, dem Service und den Reparaturen, die VSM und Hitachi bieten. Und dass sie praktisch sofort reagieren, falls mal eine Maschine ausfällt. Auch schätze ich die vorbeugende Wartung und die Beratung beim Austausch von Verschleißteilen”, so Dominique.

VSM liefert Hitachi-Baumaschinen in einem relativ großen, jedoch dünn besiedelten Gebiet im Westen Frankreichs. Innerhalb dieses Gebiets stellt Poitou-Charentes die kleinste Region Frankreichs mit der zweitkleinsten regionalen Wirtschaft dar.

Maquignon Frères mag Tausende von Kilometern von den Werken der Hitachi Construction Machinery in Japan entfernt sein, aber Dominiques Besuch dort hatte vor einigen Jahren großen Eindruck hinterlassen. “Ich war von der Fertigungslinie und der Größe der gesamten Herstellungsanlage beeindruckt”, erläutert er.

Ein schneller Blick auf seine Uhr zeigt das deutlich erkennbare Hitachi-Logo – eine Erinnerung an die Reise. Sie ist ein sehr passendes Symbol für die Geschäftsbeziehung, die sich im Laufe der Jahre zu dem Hersteller entwickelt hat. Und für den Einsatz seines Unternehmens bei der Bewahrung von Gebäuden der Vergangenheit und beim Bau von Heimen für die Zukunft.

Sie symbolisiert auch die Vergänglichkeit des Kalksteins und damit die Bedeutung der Restaurierungsarbeiten, die zweifellos noch wachsen wird. Genauso wie die Nachfrage nach Kalkstein, der sich im unglaublichen Zeitraum von 90 Millionen Jahren bildet. Alles weist darauf hin, dass die Zukunft von Maquignon Frères auf felsenfestem Grund steht.

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